31. Oktober bis 19. Dezember 2007  
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[19.12.07]

Adieu Asien

Heimkommen ist sehr schön

Habe am 18.12. die Rückreise per Bus von Sihanoukville nach Phnom Penh angetreten und in der Nähe vom Flughafen in einem Guesthaus Quartier genommen. Schnell noch zum Russenmarkt, schließlich steht Weihnachten vor der Türe und die Vielfalt und günstigen Preise sind es wert noch ein schnelles Geschenk zu erwerben.

Die Nacht habe ich sauschlecht (eigentlich gar nicht) geschlafen weil ich wegen des Schnupfens keine ac wollte und so was von geschwitzt habe dass auch der Fan keine Abhilfe brachte.

Am Morgen bin ich zum kleinen Flughafen, der noch im Stadtgebiet liegt, rausgefahren und in 2,5 Stunden nach Taipeh geflogen. Dort 8-stündiger Transfer auf dem Monsterairport! Der Transfer-Bus mit dem man kostenlos in die Stadt fahren kann war leider schon weg. Ich habe dann ausgedehnte Fußmärsche und auch eine Bahnfahrt in einer automatischen Shuttle ohne Fahrer unternommen um den Airport etwas zu erkunden.

Schließlich konnte ich das Flugzeug besteigen und 9 Stunden später im kalten Frankfurt den Zug nach Regensburg besteigen. 3 Stunden später war ich dann wieder zu Hause, wie schön, Heimkommen ist ein wichtiges Element einer Reise. Und seinen Partner nicht anzuskypen sondern real in die Arme nehmen zu können ist noch schöner!

Jedenfalls werde ich 2008 eine weitere Reise nach Südkorea und Japan unternehmen. Wer will kann mir mailen, damit ich ihn in die Verteilerliste für den Japan-Blog aufnehme.
lachseminare@gmx.de

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[11.12.07]

Und auf gehts nach Sihanoukville

Meer ist immer gut!

Die Fotovoltaikanlage arbeitet einwandfrei, die Viecher sind gefuettert und ich sehe nicht wirklich eine Moeglichkeit das eingespielte Team um Hernan noch unterstuetzen zu koennen.
Da mich zuguterletzt wegen einer Klimaanlage jetzt auch noch ein Schnupfen plagt habe ich mich entschlossen noch heute nach Sihanoukville (liegt am Golf von Thailand) zu fahren. Hernan und Viseth bringen mich zum Bus nach Pursat weil sie mir auf der Strasse # 5 keinen Bus anhalten lassen wollen. 3,5 Stunden Fahrt nach Phnom Penh, zwischendurch macht der Fahrer 2 Pausen, in einer davon laesst er den kompletten Bus aussen waschen und wienern. In Phnom Penh bringt mich der Fahrer meines Buses zum anderen Bus, einen Service den ich Kambodscha sehr zu schaetzen gelernt habe. Jetzt noch einmal 3 Stunden Fahrt durch endlose Kokosplantagen und wie mit dem Lineal gezeichneten Strassen. Nach der Ankunft fahre ich mit dem Moto einige Hotels und Guesthouses an, nix dabei was mir wirklich zusagt. Da einige Adressen bereits nicht mehr existieren habe ich mir geschworen nur noch einen brandaktuellen Loose zu nutzen. Irgenwann habe ich das richtige gefunden und schau mir gleich mal die Beach an: alles bestens, endloser Strand, Restaurants im Ueberfluss und da ich bereits vorgewarnt war koennen mich die hoeheren Preise auch nicht schrecken.

Am Meer in Sihanoukville/Kambodscha

Jetzt werde ich erstmal meinen Schnupfen auskurieren und ansonsten an der Beach abhaengen, viel meiner MP3-Musik hoeren, Sonnenuntergaenge anglotzen und Khmer-Kueche geniessen!

Sonnenuntergang am Golf von Siam

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[10.12.07]

Die Anlage laeuft und ich fahre

Die naechste Fahrt steht bevor

Wir fahren nach Pursat, damit wir online gehen koennen. Ich erklaere Hernan, wie textpattern funktioniert. Er will zwei seiner Webseiten naemlich
www.sitio.yarumal.org und www.puebloasia.org damit ausstatten. Textpattern ist auch das tool, mit dem ich meinen Reiseblog dank Thomas Winter realisieren konnte, danke nochmal Thomas! Hernan will es zunaechst mal selber probieren, wenns nicht klappt koennen wir ihm aus Deutschland nachhelfen.

Tatatataaaaaaaaaaaaaaa! Die Fotovoltaikanlage steht und ich kann jetzt OHNE GENERATOR diesen Beitrag tagsueber schreiben. Auch die alte Anlage ist repariert und liefert Strom, wahrscheinlich braucht es aber eine neue Batterie.

Heisst ich kann heute abend mal 10 Minuten laenger Licht anlassen und brauche auch nicht mehr in der stockfinsteren Nacht umherzuirren.
Nachdem hier alles wie geschmiert von selber laeuft werde ich morgen an der Ueberlandstrasse stehen und einen Bus nach Phnom Penh nehmen und von dort aus einen nach Sihanoukville nehmen.
Sihanoukville, frueher Kompong Son genannt, hat angeblich sehr schoene Straende, die ich gerne mal besuchen moechte. In 7 Tagen muss ich zurueck nach Deutschland und ich kann mir schon vorstellen was mich wettermaessig dort erwartet. Mit einigen schoenen Tag mit Sand und Sonne kann ich das aber gut aushalten.

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[ 9.12.07]

Sonntagsarbeit die mich freut!

Jetzt gibts bald Licht aus der Sonne!

Fotovaltaik-Baustelle

Fotovaltaik-Baustelle in Kambodscha

Heute rueckt der Bautrupp der Anlage an, 6 Mann stark und mit einem kleinen Lieferwagen voller Material. Zuerst verlegen sie die Kabel zum Standort der Batterien im 1. Stock, dann werden die Kabel vom Computerraum freigelegt, weil dort der jetzige Strom hereinkommt. Auf der Rueckseite haemmern und saegen Viseth und die Arbeiter an einem Geruest weiter, das die Anlage aufnehmen soll. Eigentlich soll es Wassertanks aufnehmen und wurde deshalb erst die letzten 2 Tage erstellt. Im unteren Teil sollen die hier ueblichen Keramiktoepfe fuer Wasser und oben einen grossen Wasser-Edelstahltank rein. Mich hat ja fast der Schlag getroffen, weil mit dieser Konstruktion eine schattenfreie Aufstellung der Solarpanele nicht mehr moeglich gewesen waere. Jetzt bauen sie oben drueber noch eine Etage in der dann schattenfrei die Solarzellen arbeiten koennen. Die Arbeiter werden nicht mehr fertig und uebernachten auf dem Grundstueck daneben und wollen morgen weitermachen bzw. fertig werden. Wir fahren nach Pursat wo Hernan die Hl. Messe zelebriert und ich einige Einkaeufe erledige.

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[ 7.12.07]

Viecher ueber Viecher

Ueberraschungen

Heute gehe ich in die Toilette und was schaut mich da aus der Kloschuessel wie ich meine neugierig und aeusserst interessiert an? Ein grosser Frosch hockt darinnen und macht keinerlei Anstalten zu verschwinden. In diesem Zusammenhang ist mal interessant auf die Viecher die hier kreuchen und fleuchen einzugehen. Abends wenn ein Licht brennt kommen tausende von Viechern, Fliegen, Moskitos,Kaefer, Nachtfalter, Motten und was-weiss-ich-was-alles-fliegen kann und umkreisen das Licht bis dieses ausgeht oder sie vorher tot runterfallen. Auch was hier tagsueber alles krabbelt und wieselt und rumtaumelt ist erstaunlich: Besonders aufgefallen sind mir handtellergrosse Spinnen, ein grosser Hirschkaefer, der, wie ich ihn vom Ruecken liegend wieder auf die Fuesse gestellt habe verdaechtig laut zu zischen angefangen hat, Grashuepfer in allen Groessen und Farben, schoene Schmetterlinge und grazioese Libellen, Geckos auch in allen Groessen. Heute habe ich einen kleinen schwarzen Skorpion weggekehrt (er hat ganz verzweifelt versucht seinen Stachel wo reinzustechen) und Heere von Ameisen, die froehlich und emsig das Haus durchwandern. Dann natuerlich Kaefer von winzig bis riesig und Insekten die ich in meinem Leben noch nicht gesehen habe. Da die meisten groesser sind wie wir das kennen sind hat es den Vorteil, dass sie kaum zu uebersehen sind.

Bike abstrakt in Kambodscha

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[ 5.12.07]

Battambang gefaellig?

Kleinstadt erwandern

Ich fahre jetzt doch mit Hernan nach Battambang, in der Annahme wir fuehren am Abend wieder zurueck. Durch ein Missverstaendnis bleibt er aber dann 2 Naechte und ich bin nicht darauf eingestellt und muss mir ein Hotel suchen diese Mal ohne jedes Gepaeck, war eine gute Erfahrung! Ich geniesse es sehr, ausgiebig heiss duschen zu koennen, den Raum kuehl halten zu koennen so dass ich auf das Moskitonetz verzichten kann und auch, mehrere Filmkanaele und Nachrichtensendungen angucken zu koennen.

Wahrzeichen von Battambang/Kambodscha

Am naechsten Morgen beginne ich die Stadt zu erkunden, die als die zweitgroesste Stadt in Kambodscha gilt. Sie liegt am Fluss Sangker und verfuegt ueber die meisten franzoesischen Kolonialhaeuser im Land. Ich starte von meinem Hotel gegenueber vom Marktplatz und schlendere erst mal durch die Halle in der sich ein lebhafter Handel abspielt. Natuerlich ist das Waren-Angebot nicht so ueppig wie in Phnom Penh, hat aber durch den Lokalkolorit auch seinen besonderen Reiz. Gut gefaellt mir, dass ich unbehelligt bleibe, nicht staendig Kauf-Angebote ablehnen muss und dass die Menschen hier sehr freundlich und hilfsbereit sind. Ueber das ganze Stadtgebiet sind buddhistische Tempel verteilt, leider lassen sich die meisten davon nur von aussen ansehen weil sie zugesperrt sind, schade. Oestlich des Flusses sind viele moderne und teilweise sehr aufwendig gestaltete Bauten, in denen sich nicht-staatliche Organisationen befinden wie z.B. das internationale Rote Kreuz, diverse Botschaften und auch die Katholische Kirche die ich bei meiner Ankunft von innen kennengelernt habe. Hier sieht man auch die meisten Europaer die mit dem Fahrrad unterwegs sind. Bei einem weiteren Besuch moechte ich gerne einige umliegende malerische Doerfer und buddhistische Wats besichtigen.

Hernan schreibt mir eine SMS, dass er das Geld fuer die Fotovoltaikanlage jetzt bekommen hat und dass wir zurueckfahren koennen. Jetzt kommt nach Monaten Bewegung in die Sache und ich erlebe das doch noch, wie die Anlage aufgebaut wird. Nachdem wir zurueckgekommen sind ist Hernan unmittelbar danach nach Phnom Penh abgefahren die Anlage in Auftrag zu geben und das fehlende Teil der alten Anlage zu besorgen.
Bravo! Geht doch!

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[ 3.12.07]

Phnom Penh in Kambodscha

Fotovoltaikanlage oder nicht?

Wie eingangs erwaehnt soll ich in irgendeiner Weise am Aufbau einer Fotovoltaikanlage mitwirken. Ich habe aber den Eindruck, dass ich das hier nicht mehr erleben werde, dass der Strom zu fliessen beginnt. Trotz der Ueberlassung von Stuecklisten und Anschlussplaenen vor vielen Wochen ist hier noch nichts geschehen. Es ist weder Material da noch ist sich Hernan im Klaren darueber wo er die Anlage aufbauen will weil er ueberall Baeume stehen hat und er den Anblick von den Solar-Elementen nicht schoen findet und deshalb am liebsten verstecken will. Auch weiss er bis heute nicht ob ueberhaupt das Geld zum Anlagenkauf und -aufbau bereits eingetroffen ist.

Ich kuemmere mich jetzt mal um die bereits vorhandene Minivoltaik-Anlage. Die Modele sind malerisch mit Aesten zugewachsen, ich habe darauf hingewiesen, dass die Anlage nur die bestmoegliche Leistung bringen kann wenn die Module vollstaendig frei von der Sonne beschienen werden koennen. Hernan sieht das auch ein und will die Anlage woanders hinschieben. Ich habe ihm erklaert, dass dieser Aufwand nicht notwendig ist weil nur die Zweige, die jetzt das Modul bedecken gekappt werden muessen. Das will er aber nicht wegen der schoenen Zweige, die dann weg sind. Er ist halt ein Aesthet, was ja in der Gesamtanlage wunderbar rueberkommt weil alles so unaufdringlich natuerlich wirkt. Nach langen Diskussionen kann ich ihn davon ueberzeugen, dass die Zweige ja wieder nachwachsen werden und kann dann in einer schweisstreibenden Aktion die Module freilegen. Ich beobachte im Tagesverlauf wo sich noch Schatten auf dem Modul bildet und saege hier noch was weg und da auch. Wir werden Funtion und Aesthetik schon zusammenbringen!

Jetzt muss nur noch die eigentliche Anlage bestellt und aufgebaut werden. Ich schaue mich gruendlich auf dem Gelaende um um einen optimalen Standort zu finden. Hernan will keinesfalls irgerndwelche Baeume opfern, was auch gar nicht notwendig ist. Auf der Suedseite des Gaestehauses, in dem auch die zukuenftigen Verbrauchsstellen liegen werden, liesse sich das ganze genial einfach realisieren. Die erforderliche Schraege ist bereits durch das Dach vorgegeben, die Optik ist grundstuecksabgewandt und nicht einsehbar und die Kabelwege waeren kuerzest. Nach laengerer Diskussion kann ich ihn davon ueberzeugen dass es sich hierbei um den optimalsten Standort handelt. Gleich morgen will er nach Battambang fahren um nachzusehen, ob das Geld jetzt eingetroffen ist.

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[ 2.12.07]

Sonntag in den Gemeinden

Katholischer Sonntag in Kambodscha

Am Vormittag fahren wir nach Kampong Luong. Hierbei handelt es sich um ein “Schwimmendes Dorf”. In der Flusslandschaft haben mehrere hundert Boote ihre Anker geworfen und leben hier mit allen Facetten des doerflichen Lebens – aber eben auf dem Wasser! Die Kirche ist ein grosses Boot, beim Gottesdienst sitzen rechts die Maenner und links die Frauen, natuerlich am Boden weil es kein Mobiliar gibt. Hernan hat als Altar einen Tisch und haelt die Heilige Messe vor 55 Gemeindemitgliedern, die fast alle die Hl. Kommunion nehmen.

Schwimmende Kirche in Kampong Luong

Auf dem Kirchenschiff befindet sich auch eine Wasseraufbvereitungsanlage. Da die Kapazitaet natuerlich nicht fuer alle reicht entscheidet ein Kommitee der Gemeindemitglieder darueber, wer das wertvolle Nass bekommt. Wir fahren zurueck zum Ufer, da kommt uns ein weiteres grosses Schiff entgegen: der buddhistische Tempel der in tieferes Wasser gezogen werden muss. Schon bei der Herfahrt haben wir viele kleine Schiffe gesehen, die in tieferes Gewaesser bugsiert werden, weil alle vom Fluss leben und das nur in einer gewissen Tiefe moeglich ist. Klar, dass ein Schiff, das nicht genuegend Wasser unter dem Kiel hat nicht bewohnt werden kann. Fast alle Bewohner sind Fischer und brauchen den Tonle Sa-Fluss als Existenzgrundlage. Und so ziehen sie das ganze Jahr immer dem Wasserstand des Flusses nach und dieser ist sehr unstet. Auch am Ufer ist eine grosse Aufbruchstimmung im Gange, fast alle Huetten wollen naeher zum Wasser. Es handelt sich um kleine Huettchen die so armselig sind, dass es zum Erbarmen ist. Windschiefe Gebilde, die auf zweiraedrige Karren gepackt naeher zum Wasser bewegt werden. Der Abfall und das sichtbare Elend sind hier so gegenwaertig, dass Hilfe zwingend notwendig scheint.
Nachmittags um 5 h faehrt Hernan dann zu seinen Gemeindmitgliedern nach Pursat. Hier ist die Kirche im ersten Stock eines Holz-Wohnhauses untergebracht und aussen durch ein Kreuz kenntlich gemacht. Auch hier nehmen fast alle der 47 Anwesenden an der Hl. Kommunion teil und singen und beten sehr intensiv mit.
Am Abend feiern wir ein wenig das 17-jaehrige Priesterjubilaeum von Hernan, davon hat er 11 Jahre in Kambodscha zugebracht.

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[ 1.12.07]

Fahrt nach Battambang und Pursat, Kambodscha

Landleben der anderen Art

Im Guesthouse habe ich mir ein Busticket von Siem Reap nach Battambang gekauft. Wir sitzen jetzt 3 Europaer unter lauter Einheimischen in einem Bus, der uns 6 Stunden lang quaelt mit rumpelnder, schaukelnder, schuettelnder und scheppernder Fahrt. Die Strasse wird anscheinend noch gebaut und ist in einem erbaermlich schlechten Zustand. Riesenschlagloecher, Felshaufen die umfahren und steinige Flusslaufe die durchquert werden muessen: grad schoen ist es wenns denn mal weiter geht!
In Battambang will ich mich mit Hernan treffen. Er leitet seit 11 Jahren das Projekt www.croap.com bei dem ich mithelfen will. Als Adresse hat er mir „Catholic Church Battambang“ und seine Telefonnummer angegeben. Ungezaehlte Male versuche ich ihn anzurufen: ohne Erfolg. Genau wie in Phnom Penh nimmt er keine Telefonate an wenn er die Anrufernummer nicht kennt! Ich nehme mir ein Tuc Tuc und kurve mit dem Fahrer in der Stadt herum, der Fahrer kennt keine Katholische Kirche. Erst besuchen wir eine Baustelle, an der angeblich eine Kirche gebaut werden soll: handelt sich aber um ein Wohnhaus. Wir durchqueren die ganze Stadt um bei der Evangelischen Kirche anzukommen. Die dortigen Mitarbeiter scheinen aber die Adresse zu kennen und sagen diese meinem Fahrer. Nachdem wir die Stadt noch einmal durchquert haben langen wir doch noch an einem wunderschoenen alten Haus an, das sich als katholische Verwaltung mit einer Kirche herausstellt. Hernan hat keine Erklaerung dafuer, dass ich ihn nicht erreichen konnte. Ich raste etwas und bekomme von der Haushaelterin einen Apfel und Drachenaugen vorgesetzt die ich dankbar verspeise. Drachenaugen sind daumennagelgrosse Kugel-Fruechte die wie Lychees schmecken, nachdem die harte aeussere Schale geknackt ist.
Mit einem alten Pickup fahren wir weiter nach Pursat. Wir kaufen hier noch einige Bierchen, ein Stueck Stangeneis und frisches Baguette um dann nach Keov Mony weiterzufahren. Nachdem wir von der Hauptstrasse abgebogen sind fahren wir ueber einen Sturzacker von Weg zum Haus des Projektes CROAP (Center for Research on Optimal Agricultural Practises). Die selbstgestellten Aufgaben sind nachhaltige Landwirtschaft, Dorfentwicklung, Hausbau und -reparatur, Wasserverbesserung durch Brunnenbau, Quellenfassung und Wasserfilterung, Ausbildungsverbesserung durch Schulangebote und Gesundheitsdienst.
Auf einem grossen Grundstueck sind befinden sich ein Haupthaus mit Kueche, Buero und Schlafraum von Hernan, 2 Gaestehaeuser eines davon mit Computerraum (ohne Internet) und einem Erste-Hilfe-Raum, eine Huette fuer einen Diesel-Stromgenerator und Werkzeugen fuer die Gaertnerei, ein Swimmingpool mit einer Servicehuette, zwei Fischweiher und Staelle fuer Huehner, Schweine, 3 Kuehe und Gaense. 3 Hunde gibt es auch noch, wie in vielen kambodschanischen Haushalten.
Folgende Mitarbeiter sind gegenwaertig im Projekt dort taetig:
Viseth oder Peter (sein christlicher Namen), Nov, Non, Sothea, Oudom und die Haushaelterin und Koechin Chomran.
Im hinteren Teil des Grundstueckes befinden sich die Staelle und der Garten. Auf einem anderen Stueck Land wird auch Reis angebaut. Ueber das gesamte Grundstueck sind Bananenstauden und alle moeglichesn Obstbaeume gepflanzt die der Eigenversorgung dienen. Alles waechst und gedeiht praechtig weil das Giesswasser aus dem Bach entnommen werden kann. Die Anlage sieht einfach gut aus und macht einen sehr gepflegten Eindruck.

Stromgenerator in Keov Mony (CROAP) Kambodscha

Um 18 Uhr wird der Diesel-Aggregat zur Stromerzeugung angeworfen und liefert dann bis 21:30 h Strom fuer die Wasserpumpe, Computer und Licht. Danach versinkt alles in tiefster Dunkelheit die nur von ungezaehlten Tierstimmen unterbrochen wird. Gut wenn ich vorher alles darauf vorbereite, noch dazu meine Taschenlampe trotz neuer Batterien den Geist aufgegeben hat. Auch die Tatsache, dass das Wasser nur zu dieser Zeit laeuft braucht Gewoehnung! Wenn es auf den Morgen zugeht tropft und klopft und klackert es auf das Blechdach, ringsum kraehen die Haehne und begruessen den neuen Morgen.

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[30.11.07]

Tempelanlagen vor Siem Reap, Kambodscha

Tempeltag

Tempeltor vor Angkor Thom, bei Siem Reap, Kanbodscha

Heute letzter Tempeltag in Siem Reap: Befinde mich wieder auf dem beschatteten Weg Hinweg zu den Tempeln. Vorbei an Angkor Wat steuere ich als erstes den Tempel Preah Khan (Heiliges Schwert) an. Das zentrale Heiigtum wurde 1191 geweiht. Der Tempel war vermutlich 515 Gottheiten geweiht. Er steht innerhalb einer rechteckigen Mauer von 700 × 800 m. Vom zentralen Heiligtum aus erstrecken sich lange Galerien in alle 4 Himmelsrichtungen. Einst waren diese mit Stuck verziert, leider ist davon nichts mehr zu sehen.
Mein naechster Besuch gilt der Anlage Preah Neak (verschlungene Nagas), ein von Jayman VII. (1181-1219) erbauter buddhistischer Tempel. Er besteht aus einem quadratischen Bassin, zu dessen Seiten vier kleinere Bassins angelegt wurden. Zum Zeitpunkt meines Besuches war eine Schar von Landleuten damit beschaeftigt vom Bassingrund Kraeuter zu sammeln. Die Becken sind alle trocken gefallen, frueher fanden hier rituelle Waschungen statt.
Mein vorletzter Besuch gilt Phnom Bakheng, einer Anlage, die sich auf dem einzigen Berg mit schoenem Blick auf Angkor Wat befindet. Wer will kann sich dort auch von Elefanten hochtragen lassen. Yasovarman I. (889-910) liess einen fuenfstufigen Tempelberg erbauen, der wieder so steile und hohe Treppen hat dass er schwer und muehsam zu erklettern ist. Auch hier kommt man nicht so muehelos in den Himmel! Die Tempelspitze ist das zentrale Heiligtum. Die sieben Ebenen repraesentieren die sieben hinduistischen Himmel, waehrend die Gesamtzahl der Tuerme, ohne das zentrale Heilligtum, 108 betraegt. Diese Zahl gilt als besonders Glueck verheissend und steht in Beziehung zum Mondkalender.
Auf dem Rueckweg gehe ich ein letztes Mal in die Anlage Angkor Wat, mache noch einige Aufnahmen im milden Abendlicht und nehme Abschied von diesem fuer mich wunderbaren Ort.

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